1876 ist das Gründungsjahr der Freiwilligen Feuerwehr Zschorlau. Zumindest nimmt man dieses Jahr an, denn das älteste vorhandene Protokoll stammt von einer Zusammenkunft vom 30. August 1877, die an der noch heute existierenden Oberschule im Ort stattfand, wo auch die damaligen Geräte untergestellt waren. Wie viele Zusammenkünfte es vorher gab und wie weit sie zurückreichen ist bis heute ungewiss, weswegen es offiziell zu diesem Gründungsjahr in der Chronik des Ortes kam.

Die ersten Jahre waren natürlich nicht einfach und vor allem auch die primitiven Mittel die zur Brandbekämpfung zur Verfügung standen machten die Aufgabe der Feuerwehr nicht gerade leicht, deswegen kam es im Jahr 1897 beinahe zu einer Auflösung der Truppe. Diese konnte glücklicherweise abgewendet werden und langsam stabilisierte sich die Gemeinschaft und wurde Stück für Stück zur Kameradschaft.

Zwei Jahre danach wurde erstmals die Technik aufgestockt und die Freiwillige Feuerwehr erhielt eine „Abbrotz-Spritze“, die in Schneeberg von der Firma Max Hüttel gefertigt wurde und noch heute in der Wehr funktionstüchtig existiert. Trotz der für damalige Verhältnisse modernen Technik waren die Einsätze nicht einfach und auch nicht mit der heutigen Brandbekämpfung zu vergleichen.

Was aber über all die Jahre blieb ist die Begeisterung der Kameraden für die Feuerwehr, die Technik und der Wille zu Helfen. Schon damals gab es allerdings auch überörtliche Zusammenkünfte und so war Zschorlau im Jahr 1903 und 1934 Ausrichter der Bezirksfeuerwehrtage.

1937 wurde die Ausstattung der Brandbekämpfer erneut aufgestockt und so bekam die Feuerwehr Zschorlau eine Motorspritze mit Schaumlöschgerät, was die Arbeit durchaus erleichterte.

Bald darauf erfolgten die Kriegs- und Nachkriegsjahre wo es weder viel Material noch Personal gab, doch die Kameraden die es noch aktiv waren trugen die Feuerwehr mit viel Fleiß und harter Arbeit in die besseren Jahre wo sich dann auch die Anzahl der Feuerwehrmitglieder wieder erhöhte.

Immer wieder wurde Hilfe der Kameraden dringend benötigt, zum Beispiel als die ganze Gemeinde Zschorlau im Jahr 1954 gegen die Überschwemmung einer Jahrhundertflut kämpfte und alle hinterher mit dem Wiederaufbau Ortes begannen.

In den folgenden Jahren konnte dann auch die Technik aufgewertet werden und so bekam die Feuerwehr nicht nur einen vom Fernmeldeamt Aue ausrangierten LKW Büssing LD4, der das erste eigene Feuerwehrfahrzeug darstellte, sondern bekam auch ein eigenes Depot, welches ein Nebengebäude der damaligen Wäscheunion war.

1983 kam dann das erste neue vollbestückte Löschfahrzeug der Marke Robur LO mit Vorbaupumpe, welches noch einmal einen riesigen Fortschritt für die Einsätze bedeutete.

Doch dann kam die politische Wende und nicht nur für jede privat Person bedeutete es eine Umstellung, sondern auch im Bereich der Brandbekämpfung und in Sachen Technik gab es viele Veränderungen.

In den Jahren kurz nach der Wiedervereinigung tat sich einiges. Einerseits leisteten die Kameraden in Eigeninitiative viele Arbeitsstunden am Gerätehaus der Feuerwehr Zschorlau, wodurch 1991 ein neuer Anbau fertiggestellt werden konnte und somit das Gerätehaus vergrößert wurde. Andererseits knüpften sie in diesen Jahren die ersten Freundschaften mit Feuerwehrkameraden aus dem „Westen“ und dies war die Grundlage für eine bis heute anhaltende Freundschaft zu den Partnerfeuerwehren aus Gräfelfing und Haar.

1996 kam das nächste aufregende Jahr, denn es wurden rund 6000 DM durch Spenden und Sponsorengelder gesammelt damit die Wehr eine eigene Fahne bekam und diese auch feierlich Weihte. Im August 1997 wurde ein neues Löschfahrzeug der Marke MAN (LF 16/12) in Dienst gestellt.

Gleich im nächsten Jahr wurde dann die Jugendfeuerwehr gegründet, was einen bedeutenden Schritt in der Nachwuchsarbeit bedeutete. Diese Arbeit wird bis heute sehr erfolgreich fortgeführt und viele der jetzigen Kameradinnen und Kameraden haben dort mit ihrer Feuerwehrlaufbahn begonnen.

Eine weiter Anschaffung war ein Mannschaftstransporter im Juni 2002 und eine erneute Umstellung folgte dann noch im Jahr 2005 wo durch den Zusammenschluss von drei Orten die Gemeindefeuerwehr Zschorlau mit den drei Ortswehren Zschorlau, Burkhardtsgrün und Albernau entstand. Diese Fusion war in der Geschichte der Wehr auch nicht immer einfach, doch nach einigen Problemen siegte die Kameradschaft und die Zusammenarbeit zwischen den Ortsteilwehren funktioniert reibungslos.

Man sieht also das sich im Laufe der Jahre die Gesellschaft, die Technik und vor allem auch das ganze Feuerwehr- und Rettungswesen immer wieder ändert und ständige Aus- und Weiterbildungen fordert. Doch eins hat und wird sich wohl nie ändern denn egal zu welcher Tages- und Nachtzeit die Feuerwehr ist immer da wenn andere ihre Hilfe brauchen.

Dies war ein kleiner Einblick in die Geschichte der Feuerwehr Zschorlau, doch gerne schaut man auch mal in die andere Richtung und so steht der nächste Höhepunkt der Wehr kurz bevor, denn der Neubau eines Gerätehauses ist im vollen Gange und soll noch in diesem Jahr übergeben werden......